GRUNDSTEUERREFORM · BUNDESMODELL · LAENDERMODELLE · HEBESAETZE 2025

Grundsteuer-Rechner 2025

Schaetzen Sie Ihre neue Grundsteuer nach der Grundsteuerreform -- mit Beruecksichtigung von Bundesmodell und Laendermodellen. IgeraFincas hilft Ihrer WEG-Verwaltung, Fragen von Eigentuemern zu Grundsteuerbescheiden und Hausgeldabrechnungen sofort und praezise zu beantworten.

Erfragen Sie den aktuellen Hebesatz 2025 bei Ihrer Gemeinde -- viele haben ihn angepasst.

Zu finden im BORIS-Portal Ihres Bundeslands (Bodenrichtwertinformationssystem).

Beispiel-Hebesaetze 2025 zur Orientierung

StadtHebesatz Grundsteuer B
Muenchen535%
Berlin470%
Hamburg975%
Koeln515%
Frankfurt am Main500%
Stuttgart420%
Leipzig650%

Diese Schaetzung ist eine stark vereinfachte Naeherung zur Orientierung und ersetzt nicht den amtlichen Grundsteuerwertbescheid Ihres Finanzamts oder Grundsteuermessbescheid. Die tatsaechliche Bemessungsgrundlage haengt im Bundesmodell zusaetzlich von statistischer Nettokaltmiete, Baujahr, Restnutzungsdauer, Grundstuecksart und Liegenschaftszinssatz ab; in den Laendermodellen (Bayern, Baden-Wuerttemberg, Hamburg, Niedersachsen, Hessen) gelten eigene Formeln mit landesspezifischen Aequivalenzzahlen und Lagefaktoren. Hebesaetze werden von den Gemeinden festgelegt und koennen sich jaehrlich aendern. Fuer eine verbindliche Berechnung konsultieren Sie Ihren Grundsteuerwertbescheid oder einen Steuerberater.

Die Grundsteuerreform 2025 -- was ist passiert?

Das Bundesverfassungsgericht erklaerte 2018 die bis dahin verwendeten Einheitswerte -- in Westdeutschland aus dem Jahr 1964, in Ostdeutschland sogar aus 1935 -- fuer verfassungswidrig. Ueber Jahrzehnte hatten sich Immobilienwerte so unterschiedlich entwickelt, dass vergleichbare Grundstuecke steuerlich voellig ungleich behandelt wurden. Der Gesetzgeber musste eine Neuregelung schaffen, die zum 1. Januar 2025 in Kraft trat.

Grundlage der neuen Werte ist der Stichtag 1. Januar 2022 (Hauptfeststellung). Alle Grundstueckseigentuemer in Deutschland mussten dafuer 2022/2023 eine Feststellungserklaerung (Grundsteuererklaerung) beim Finanzamt einreichen. Auf dieser Basis wurden neue Grundsteuerwerte, dann Grundsteuermessbescheide und schliesslich die eigentlichen Grundsteuerbescheide der Gemeinden erlassen.

Um die insgesamt hoeheren Werte auszugleichen, wurden die Steuermesszahlen drastisch gesenkt -- im Bundesmodell auf 0,31 Promille fuer Wohngrundstuecke (0,34 Promille fuer Nichtwohngrundstuecke), verglichen mit vormals 0,35 Prozent unter dem alten Einheitswertrecht. Ziel der Reform war Aufkommensneutralitaet auf Gemeindeebene, nicht auf Ebene des einzelnen Grundstuecks: Wessen Immobilienwert ueberdurchschnittlich gestiegen ist, zahlt tendenziell mehr; wessen Wert unterdurchschnittlich gestiegen ist, zahlt tendenziell weniger.

Bundesmodell vs. Laendermodelle -- Uebersicht

Fuenf Bundeslaender haben von der im Grundgesetz verankerten Oeffnungsklausel Gebrauch gemacht und eigene Bewertungsmodelle eingefuehrt.

ModellBundeslaenderBerechnungsgrundlage
BundesmodellBerlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, NRW, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, ThueringenBodenrichtwert x Flaeche + statistische Nettokaltmiete (Ertragswertverfahren)
Bundesmodell (angepasste Messzahl)Saarland, SachsenWie Bundesmodell, aber eigene landesspezifische Steuermesszahlen
FlaechenmodellBayernGrundstuecks- und Gebaeudeflaeche x feste Aequivalenzzahl, wertunabhaengig
BodenwertmodellBaden-WuerttembergNur Grundstuecksflaeche x Bodenrichtwert, Gebaeude bleibt aussen vor
WohnlagemodellHamburgFlaeche x Aequivalenzzahl, plus Lagefaktor (normale/gute Wohnlage)
Flaechen-Lage-ModellNiedersachsenFlaeche x Aequivalenzzahl x gemeindespezifischer Lage-Faktor
Flaechen-Faktor-ModellHessenFlaeche x Aequivalenzzahl x Faktor nach Lagequalitaet

Was bedeutet das fuer WEG-Verwaltungen?

Fuer Eigentuemergemeinschaften (WEG) aendert die Reform vor allem die Kommunikation: Jede Einheit im Grundbuch erhaelt in der Regel einen eigenen Grundsteuerwert- und Grundsteuermessbescheid, da die Finanzverwaltung Wohnungs- und Teileigentum separat bewertet (§93 Bewertungsgesetz). Die WEG-Verwaltung muss diese Einzelbescheide pruefen, in die jaehrliche Hausgeldabrechnung integrieren und Eigentuemern erklaeren koennen, warum sich ihr individueller Betrag im Vergleich zu Nachbareinheiten unterscheidet -- meist Folge unterschiedlicher Miteigentumsanteile, Wohnflaechen oder Baujahre.

Bei vermieteten Einheiten bleibt die Grundsteuer als umlagefaehige Betriebskostenart nach der Betriebskostenverordnung grundsaetzlich bestehen -- Eigentuemer koennen sie weiterhin anteilig auf ihre Mieter umlegen. Wichtig ist die genaue Pruefung der Feststellungsbescheide: Fehler bei Wohnflaeche, Grundstuecksgroesse oder Bodenrichtwert sind haeufig und koennen innerhalb der Rechtsbehelfsfrist per Einspruch korrigiert werden -- danach ist eine Korrektur nur noch eingeschraenkt moeglich.

Ein weiterer Aspekt betrifft die geplante Grundsteuer C, die Gemeinden optional auf unbebaute, baureife Grundstuecke erheben koennen, um Baulandmobilisierung zu foerdern -- relevant vor allem fuer Bautraeger und WEGs mit unbebauten Teilflaechen im Bestand.

Haeufig gestellte Fragen -- Grundsteuer 2025

Was hat sich durch die Grundsteuerreform 2025 geaendert?

Seit 1. Januar 2025 gelten neue Grundsteuerwerte auf Basis des Stichtags 1. Januar 2022, nachdem das Bundesverfassungsgericht die alten Einheitswerte von 1935/1964 fuer verfassungswidrig erklaert hatte. Gleichzeitig wurden die Steuermesszahlen deutlich gesenkt, um Aufkommensneutralitaet auf Gemeindeebene anzustreben -- individuell kann die Zahlung dennoch steigen oder sinken.

Was ist der Unterschied zwischen Bundesmodell und Laendermodellen?

Das Bundesmodell ermittelt einen wertabhaengigen Grundsteuerwert aus Bodenrichtwert, statistischer Miete, Flaeche und Baujahr. Bayern, Baden-Wuerttemberg, Hamburg, Niedersachsen und Hessen nutzen eigene, teils wertunabhaengige Flaechenmodelle mit landesspezifischen Aequivalenzzahlen und Lagefaktoren.

Wie wird die Grundsteuer konkret berechnet?

Grundsteuerwert x Steuermesszahl = Steuermessbetrag. Steuermessbetrag x gemeindlicher Hebesatz = jaehrliche Grundsteuer. Neu sind die hoeheren Grundsteuerwerte und die stark gesenkte Messzahl (0,31 Promille im Bundesmodell fuer Wohnen). Viele Gemeinden haben ihre Hebesaetze 2025 angepasst.

Wer zahlt die Grundsteuer bei einer Eigentumswohnung und wie wird sie umgelegt?

Der im Grundbuch eingetragene Eigentuemer ist Steuerschuldner. Jede Einheit erhaelt meist einen eigenen Bescheid. Bei Vermietung bleibt die Umlage auf Mieter ueber die Betriebskostenverordnung moeglich. Fehler im Feststellungsbescheid sollten innerhalb der Rechtsbehelfsfrist per Einspruch korrigiert werden.

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